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Österreichs Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika sowie mit dem Nahen und Mittleren Osten

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen mit Subsahara-Afrika

Österreichs Warenhandel mit den afrikanischen Staaten südlich der Sahara repräsentierte – nach den endgültigen Außenhandelsdaten der Statistik Austria für 2023 – mit 2,34 Mrd. Euro knapp 0,6 Prozent des gesamten österreichischen Handelsvolumens. Das entsprach in etwa der außenwirtschaftlichen Bedeutung von Kanada, und würde in der Reihung der wichtigsten österreichischen Handelspartner den 26. Rang einnehmen.

Die österreichischen Ausfuhren in die Region lagen 2023 bei 1,45 Mrd. Euro, die Steigerung gegenüber 2022 betrug 8,4 Prozent. Wichtigster Exportmarkt war 2023 Südafrika (779 Mio. Euro), gefolgt von Ägypten (293 Mio. Euro) und Marokko (205 Mio. Euro).

Die österreichischen Einfuhren aus dieser Region betrugen 2023 892 Mio. Euro, gegenüber 2022 war ein Rückgang von 5,8 Prozent zu verzeichnen. Die wichtigsten Importmärkte waren 2023 Libyen (1,1 Mrd. Euro), Südafrika (706 Mio. Euro) und Marokko (327 Mio. Euro).   

Studie "Top Länder und Megatrends in Subsahara Afrika"

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Afrika sind ausbaufähig: 2021 betrug das österreichische Exportvolumen nach Afrika rund 1,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 1,1 Prozent der österreichischen Gesamtexporte und ist vergleichbar mit dem Exportanteil nach Schweden. Aktuell zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig die Diversifizierung der Exportwirtschaft und damit auch die Orientierung hin zu neuen Märkten wie Subsahara-Afrika ist.

Die Länder Subsahara-Afrikas gehören zu den dynamischsten Volkswirtschaften der Welt und haben in der COVID-Krise hohe Resilienz gezeigt. Das hohe Bevölkerungswachstum, der Nachholbedarf in Konsum und Infrastruktur sowie die steigenden Ansprüche der wachsenden Mittelschicht versprechen große wirtschaftliche Potenziale.

Die gegenständliche Studie identifiziert diese Potenziale, zeigt Ansatzpunkte auf, wie das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft österreichische Unternehmen beim Markteintritt und bei der Geschäftsabwicklung in Subsahara-Afrika unterstützen kann, und definiert Länder, in welchen diese Unterstützung besonders aussichtsreich erscheint.

Über ein quantitatives Modell wurden folgende Fokusländer aus österreichischer Sicht identifiziert: Nigeria, Äthiopien, Kenia, Ghana, Tansania, Côte d’Ivoire und Senegal. Diese Länder zeichnen sich durch eine gute wirtschaftliche Entwicklung, relativ hohe politische Stabilität, funktionierende Institutionen und akzeptable geschäftliche Rahmenbedingungen aus.

Besonders große Geschäftspotenziale finden sich dabei in den Bereichen Infrastruktur, Urbanisierung, im Gesundheitssektor sowie der Circular Economy.

Link zu der Studie Top Länder und Megatrends in Subsahara Afrika (PDF, 2 MB) (BMAW, Dezember 2022).

Studie "Digitalisierung in den Zukunftsmärkten Subsahara Afrikas"

Zukunftsmärkte wie Subsahara-Afrika (SSA) weisen ein rasantes Wirtschaftswachstum auf. Gemäß der österreichischen Außenwirtschaftsstrategie soll das Engagement der österreichischen Unternehmen auf diesen Märkten ausgebaut werden, um die Partizipation am globalen Wirtschaftsaufschwung zu maximieren und den Wohlstand in Österreich zu sichern. Gerade in Zeiten globaler Krisen kann eine Marktdiversifizierung abseits der klassischen Exportmärkte die Resilienz der heimischen Wirtschaft erhöhen.

Durch den rasanten Ausbau der IKT-Infrastruktur und den zunehmenden Bemühungen der Regierungen, einen effizienten und funktionierenden institutionellen Rahmen zu schaffen, gewinnt die Digitalisierung auch in SSA zunehmend an Bedeutung. Die Studie untersucht die Rolle von Digitalisierung im SSA-Geschäft und die umsatzsteigernden Potentiale, die sich aus digitalen Lösungen für österreichische Unternehmen ergeben, sowie die Möglichkeiten mit operativen Herausforderungen besser umgehen zu können.

Laut Studienergebnissen ergeben sich aus der Digitalisierung einerseits Umsatzchancen bei dem Aufbau der nötigen Infrastruktur im Zusammenhang mit Urbanisierung oder Umweltschutz und andererseits schaffen neue digitale Geschäftsmodelle, wie z.B. Pay-per-Use oder Rent-instead-of-Buy, neue Möglichkeiten sich auf Märkten wie in SSA zu engagieren.

Außerdem unterstützt die Digitalisierung Unternehmen beim besseren Umgang mit den herausfordernden operativen Rahmenbedingungen im SSA-Geschäft. Durch digital basierte Technologien können z.B. Effizienzsteigerungen in sicherer Logistik erreicht, Fernwartungslösungen im After-Sales Bereich angeboten oder Arbeitnehmer via e-Learning ausgebildet werden.

Aktuell lassen österreichische Unternehmen viele Möglichkeiten ungenutzt, welche die Digitalisierung im SSA-Geschäft bietet. Es wird eine größere Offenheit für die Nutzung von Digitalisierung in SSA empfohlen, um in den dortigen Märkten besser aufgestellt zu sein.

Link zur Studie: Digitalisierung in den Zukunftsmärkten Subsahara Afrikas (PDF, 601 KB) (BMDW, Juni 2020)

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen mit den Staaten Nordafrikas und dem arabischem Raum

Die MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) umfasst Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Westjordanland & Gazastreifen, Israel, Libanon, Syrien, Jordanien, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Jemen und den Iran. 2023 betrug Österreichs Waren-Handelsvolumen mit diesen Staaten 6,52 Mrd. Euro, die Steigerung gegenüber 2022 lag bei 12,8 Prozent. Das Handelsvolumen mit dieser Region entspricht 1,6 Prozent des österreichischen Gesamt-Handelsvolumens.

Laut den endgültigen Außenhandelsdaten der Statistik Austria für 2023 stiegen die österreichischen Importe aus der MENA-Region um 16,0 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Die Exporte verzeichneten einen Zuwachs um 9,5 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz Österreichs mit der MENA-Region war damit im Jahr 2023 leicht negativ.

Kontakt

Amerika, Afrika, Naher und Mittlerer Osten, Weltausstellungen (Expo): wirtschaftsbeziehungen-afrika@bmaw.gv.at