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, Wien Good Practice Award 2020/2022: Fünf österreichische Paradebeispiele auf der Shortlist Europäischer Wettbewerb zeichnet Betriebe für gelungene Ansätze zu Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsschutz aus

Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) gehören zu den häufigsten Ursachen von Behinderungen, Krankschreibungen und Invaliditätspensionen und verursachen damit viel menschliches Leid. Der Prävention kommt daher auch in der Arbeitswelt eine enorme Bedeutung zu. Darüber hinaus sind die wirtschaftlichen Auswirkungen für Unternehmen und die damit verbundenen Kosten beachtlich. Als Teil der aktuellen EU-OSHA Kampagne für gesunde Arbeitsplätze zeichnet der „Wettbewerb für gute praktische Lösungen“ bereits zum 15. Mal gelungene und innovative Ansätze zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus. Fünf österreichische Betriebe nutzten die Chance, ihre Konzepte einzureichen und am europäischen Wettbewerb teilzunehmen.

Unter dem Leitsatz „Gesunde Arbeitsplätze – entlasten Dich!“ leistet die aktuelle Kampagne der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (EU-OSHA) einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und Bewusstseinsschaffung. Die Kampagnen sind weltweit die größten ihrer Art und behandeln in der zweijährigen Laufzeit jeweils ein klar definiertes Thema:
Seit 2020 stehen arbeitsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) im Fokus. Neben der Bewusstseinsschärfung für die Problematik soll die Kampagne vor allem Unternehmen dabei helfen, systematisch mit MSE umzugehen bzw. diesen entgegenzuwirken. Mit dem Wettbewerb für gute praktische Lösungen bietet EU-OSHA Organisationen die Möglichkeit, aktiv an der Kampagne mitzuwirken und innovative Ansätze einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die besten Einreichungen der einzelnen Länder nehmen am gesamteuropäischen Wettbewerb teil, bei dem die Siegesprojekte ausgewählt und anlässlich einer Preisverleihung im November 2022 in Bilbao vorgestellt werden. Die österreichischen Bewerbungen für den Preis wurden von den Organisationen AK Burgenland, Rohrdorfer Transportbeton GmbH, STRABAG SE, Universitätsklinikum AKH Wien und Vetmeduni Vienna eingebracht.

Betriebe, 5 unterschiedliche Wege – 1 Ziel

Dass Muskel- und Skeletterkrankungen ein Thema darstellen, das jeden etwas angeht – an jedem Arbeitsplatz und in jedem Wirtschaftszweig – zeigen auch die vielfältigen Einreichungen der österreichischen Unternehmen. Die unternehmensinternen Präventionsmaßnahmen reichen dabei von weitläufigen Informationskampagnen rund um das richtige Arbeiten im Homeoffice bis hin zur Evaluierung und Integration neuer Arbeitsmittel in Abstimmung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. So ist beispielsweise bei der Rohrdorfer Transportbeton GmbH vor allem die Belastungsreduktion ein wichtiger Teil des firmeninternen Präventionskonzepts. Um sowohl die Hebearbeiten als auch die starke Belastung der Bandscheiben beim manuellen Befüllen von Betontrommeln zu reduzieren, wurde ein Flurfördergerät mit Scherenhubtisch in den Arbeitsablauf integriert. Dadurch ist bei der Beschickung keine Wirbelsäulenrotation mehr erforderlich. Zusätzlich wird die Beugung des Rückens vermieden, da in einem Zwischenschritt durch einen Pedalhub die Abgriffhöhe stetig nach Bedarf angepasst werden kann. „Binnen kurzer Zeit führte dieser neue Arbeitsablauf zu einer höheren Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einer Verbesserung des Arbeitsklimas und vor allem auch zu weniger krankheitsbedingten Ausfällen. Besonders wichtig war uns außerdem, dass durch diese Maßnahme auch älter werdende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin ihre Aufgabe beschwerdefrei erfüllen können“, erklärt Ing. Roland Bogner, Regionalgeschäftsleitung Niederösterreich Nord bei Rohrdorfer Transportbeton GmbH.

Der Einsatz von generationengerechten Arbeitsmitteln sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch das Involvement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht auch im Universitätsklinikum AKH Wien im Fokus des Präventionskonzepts. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die rund 600 Beschäftigten der Betriebsabteilung gelegt, die zentrale und unterstützende Tätigkeiten – wie den internen Transport von Patientinnen und Patienten, Serviceleistungen im stationären Bereich und die hygienische Reinigung – erbringen. Herausfordernd ist dabei vor allem die große körperliche Belastung der Tätigkeiten sowie der Altersdurchschnitt von 50 Jahren in der Abteilung. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Patientinnen- und Patiententransports legen täglich mehr als 25 Kilometer per Fuß zurück. Sie sind unerlässlich für die Unterstützung der Kernkompetenzen in unserem Krankenhaus und verfügen über wertvolle, jahrelange Erfahrung, die keinesfalls verloren gehen darf. Umso wichtiger ist es uns, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das generationengerecht gestaltet ist, um die Fähigkeiten unserer Angestellten in jeder Lebensphase und Altersgruppe zu unterstützen“, hält Gerhild Katz, Leiterin der Betriebsabteilung des Universitätsklinikums AKH Wien, fest. Um ein ganzheitliches und systematisches Gesundheitsmanagement für diese Gruppe zu etablieren, wurde eine großangelegte Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Arbeit bzw. dem Beruf ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Künftig soll dieser durch die Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Entscheidungsfindungsprozesse, der Mitsprachemöglichkeit bei der Planung von Maßnahmen sowie durch einen niederschwelligen Zugang zu Unterstützungsleistungen noch mehr wertgeschätzt werden. Konkrete Maßnahmen inkludieren dabei Workshops, Beratungsangebote durch Kolleginnen und Kollegen, den Einsatz von generationsgerechten Arbeitsmitteln sowie die Miteinbeziehung bei der Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung als auch altersübergreifende Teams zur gegenseitigen Unterstützung.

Die Vetmeduni Wien setzt in ihrem Präventionsansatz bereits früher an und kreierte für eine Pilotstudie ein eigenes „Microbreaks“ Programm, das bereits bei Studentinnen und Studenten zum Einsatz kommt. Der Alltag von Veterinärmedizinerinnen und Veterinärmedizinern ist sowohl emotional als auch körperlich anstrengend. Gleichzeitig erfordert der Umgang mit Tieren besonderes Fachwissen und Erfahrung, die wichtig für die Prävention von Unfällen und die persönliche Gesundheit sind. Medizinerinnen und Mediziner, die von Muskel- und Skeletterkrankungen betroffen sind, verlassen die Berufswelt oftmals vorzeitig und tragen so indirekt bereits zum spürbaren Mangel an Tierärztinnen und Tierärzten bei. „Unsere Pilotstudie hat gezeigt, dass die Selbstwirksamkeit bei den teilnehmenden Studentinnen und Studenten deutlich gestiegen ist: Nach der Intervention haben diese berichtet, besser zu wissen, wie mit risikoreichen und potenziell gefährlichen Situationen mit Tieren umzugehen ist. Ebenso wurde mit dem Programm angestrebt die Bewusstseinsbildung für die Prävention von muskuloskelettalen Schäden – sowohl bei veterinärmedizinischen Expertinnen und Experten als auch bei den Studierenden – zu verbessern“, berichten die Wissenschaftlerin und betreuende Physiotherapeutin Julia Grünwald und Projektleiterin Theresia Licka der Vetmeduni. Der Erfolg des Programms beruht auf einem zweistufigen Ansatz: Die „Microbreaks“ inkludieren körperliche Übungen im Ausmaß von 30 Sekunden bis 1–2 Minuten, die sich gut in den Alltag integrieren lassen und von der Physiotherapeutin begleitet wurden. Ergänzt werden diese durch die „Ergonomie Diskussionen“, in denen die Erfahrung von praktisch tätigen Tierärztinnen und Tierärzten geteilt und in das Programm integriert wurden.

Weitere Informationen zur Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – entlasten Dich!“ sowie zum Good Practice Award sind auch unter https://www.healthy-workplaces.eu/de zu finden.